Hauptversammlung 2022 - Zahlreiche Ehrungen, Beförderungen und Übernahmen

- Autor: Alexander Fink, Feuerwehr Ittlingen

 

Am Samstag, den 16. Juli 2022 fand die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ittlingen in der Festhalle statt. Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund der Bestimmungen zur Einschränkung der Corona-Pandemie keine Hauptversammlung durchgeführt werden konnte, waren nun die Berichte aus den Jahren 2020 und 2021 den Angehörigen der Feuerwehr vorzulegen.

Vor der offiziellen Begrüßung durch den Kommandanten stärkten sich alle Anwesenden mit einem gemeinsamen Essen. Um 20:30 Uhr eröffnete Kommandant Florian Hernik die Sitzung und begrüßte die zahlreich erschienenen Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung, die Jugendfeuerwehr, Bürgermeister Kai Kohlenberger, Ehrenkommandant Wolfgang Lackner, Ehrenmitglied Bürgermeister a.D. Achim Heck, den Gemeinderat, vom DRK Ortsverein Bernd Schwab und Helga Eglsäer sowie von der Feuerwehr Kirchardt, Philipp Grimm.

Zur rechtzeitig versandten Tagesordnung gab es keine Fragen und/oder Einwände.

Somit konnte mit dem nächsten Tagesordnungspunkt, der Totenehrung, fortgefahren werden: Alle Anwesenden gedachten in einer Schweigeminute den seit der letzten Hauptversammlung von uns gegangenen Kameraden: Oberfeuerwehrmann Bruno Schlauch, Oberfeuerwehrmann Reinhold Uhler und Oberfeuerwehrmann Günter Schechter.

Als nächsten Tagesordnungspunkt ließ Schriftführer Alexander Fink die vergangenen beiden Jahre anhand einer Power-Point-Präsentation Revue passieren: Er verlas eine Zusammenfassung der letzten Hauptversammlung, welche im Februar 2020 stattfand. Nur einen Monat später war das Feuerwehrjahr dann von den Bestimmungen zur Pandemiebekämpfung geprägt. Es war nicht mehr möglich, irgendwelche Aktivitäten zur Kameradschaftspflege, Übungen, eine Hauptübung oder irgendwelche Veranstaltungen durchzuführen. Im Bereich der Schulung & Weiterbildung hatten zwei Kameraden bereits im Januar einen Motorsägen-Lehrgang besucht. Während der massiven Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie waren einige Online-Lehrgänge möglich, bei welchen die Zug- & Gruppenführer der Feuerwehr teilnahmen. Ende des Jahres 2020 absolvierte ein Kamerad die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger bei der Feuerwehr Sinsheim. Als besondere, außerplanmäßige Aktivität führte die Feuerwehr eine Ausmalaktion für Kinder durch, die rege angenommen wurde. Eine weitere Aktion fand am Nikolaustag statt: 223 Ittlinger Kinder hatten sich dazu angemeldet und bekamen vom Feuerwehr-Nikolaus ein Geschenk überbracht. Des Weiteren freut sich die Feuerwehr sehr über die Spende einer Reanimationspuppe durch Herr Dieter Eilers, an welcher seither Reanimationen realitätsnah geübt werden.

Das Jahr 2021 begann so, wie das vergangene endete: mit massiven Einschränkungen aufgrund der Pandemie. So war es der Feuerwehr nicht möglich ihre für den 5. Februar geplante Hauptversammlung abzuhalten. Wiederum fanden keine Hauptübung, keine internen Veranstaltungen und keinerlei Aktivitäten zur Kameradschaftspflege statt. Es wurden keine außerörtlichen Veranstaltungen besucht. Leider war man auch gezwungen, den geplanten Tag der offenen Tür abzusagen. Doch es gab auch Schönes zu berichten: mit der Geburt von Leon Möbius, Emma Hernik und Kilian Uhler freut sich die Feuerwehr Ittlingen gleich über dreifachen Nachwuchs. Unter strengen Corona-Auflagen waren auch in diesem Jahr wieder Lehrgänge möglich: So besuchte ein Kamerad den Lehrgang Einführung in die Stabsarbeit an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal, zwei Kameraden und eine Kameradin den Lehrgang Feuerwehrtechnik in der Kindergruppe bei der Feuerwehr Kirchardt und sechs Kameraden den Atemschutzgeräteträger-Lehrgang bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn. Weitere sechs Kameraden absolvierten die Grundausbildung Truppmann Teil 1 mit integriertem Sprechfunker bei der Feuerwehr Eppingen. Zum Abschluss seiner Ausführungen berichtete Alexander Fink noch über den Spendenaufruf anlässlich der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Einen ausführlichen Bericht hierzu kann auf der Homepage der Feuerwehr nachgelesen werden.

Es folgte der Bericht der Jugendgruppe, vorgetragen vom stellvertretenden Jugendwart, Timo Rosenauer: Die Jugendgruppe besteht aus 26 Jugendlichen, darunter 6 Mädchen. In der ersten Hälfte des Jahres 2021 war es aufgrund der Pandemie nicht möglich, Übungen abzuhalten. Erst am 28. Juli konnte man gemeinsam mit den Feuerkäfern ein kleines Grillfest feiern. Nach den Sommerferien war endlich wieder Übungsdienst möglich. Bei der ersten Übung mussten die Kinder zunächst neu eingekleidet werden, weil aufgrund der langen Zwangspause nichts mehr gepasst hat. Leider waren bereits nach der vierten Übung aufgrund steigender Inzidenzwerte keinerlei Aktivitäten mehr möglich. Am 23. Dezember bekamen die Jugendlichen ein kleines Weihnachtsgeschenk überreicht.

Felix Nagel berichtete nun stellvertretend für Verena Holzwarth über die Aktivitäten der Kindergruppe. Im Jahr 2020 waren insgesamt 15 Kinder, darunter 4 Mädchen bei den Feuerkäfern. Auf der Warteliste standen 18 Kinder. Pandemiebedingt konnte man sich bis März nur insgesamt drei Mal zu Übungen treffen. Leider musste der geplante Jahresausflug und die Feier zum 5-jährigen Bestehen abgesagt werden. Das Highlight der Feierlichkeiten wäre die Abnahme des Abzeichens Kinderfunke gewesen, zu dem man alle Kinderfeuerwehren des Landkreises einladen wollte. Trotz der schwierigen Lage wurden die Feuerkäfer nicht vergessen: sie erhielten vor den Sommerferien eine Geschenktüte mit Feuerwehrutensilien und in der Vorweihnachtszeit wurden sie mit einem digitalen Adventskalender überrascht. Am Nikolaustag erhielt jedes Kind persönlich einen kleinen Nikolaus. Die Übergabe zweier Feuerkäfer an die Jugendgruppe musste auf 2021 verschoben werden. 2021 waren 10 Kinder bei den Feuerkäfern, 5 Jungen und 5 Mädchen. Auf der Warteliste standen nun 12 Kinder. Man konnte sich insgesamt nur zu fünf Übungen treffen. Bevor die Übungen eingestellt werden mussten, konnte noch ein kleiner Martinsumzug durchgeführt werden. Zum Sommerabschluss traf man sich gemeinsam mit der Jugendgruppe zum Grillen und Spielen. Insgesamt wechselten dabei sieben Feuerkäfer in die Jugendgruppe. Leider verloren aufgrund der Corona-Pandemie zwei Kinder die Lust und verließen die Feuerwehr. Kurz vor Weihnachten machten sich dann die Betreuer mit den Feuerwehrfahrzeugen auf den Weg und überreichten jedem Feuerkäfer ein kleines Weihnachtsgeschenk, welches mit strahlenden Augen entgegengenommen wurde. Für das Jahr 2022 ist eine Planung nur unter Vorbehalt möglich. Ziel ist es, trotz aller Unvorhersehbarkeiten einen ausgewogenen Übungsplan zu erstellen und als Highlight einen gemeinsamen Ausflug mit der Jugendgruppe zu unternehmen.

Es folgte der Bericht des Kassenverwalters: Christoph Wörner stellte in seiner Präsentation  ausführlich die Einnahmen und Ausgaben sowie die Ergebnisse für die jeweiligen Berichtsjahre 2020 und 2021 dar. Er konnte für 2021 sogar einen Überschuss zum Vorjahr verzeichnen. Kassenprüfer Markus Uhler bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung, alle Belege sind vorhanden, es gibt keine Unstimmigkeiten. Er schlug der Versammlung, auch im Namen des zweiten Kassenprüfers, Alexander Kern, die Entlastung des Kassenverwalters vor.

Kommandant Florian Hernik überbrachte nun die besten Grüße von Kreisbrandmeister Bernd Halter und seinen beiden Kollegen, ihnen war es aufgrund zahlreicher Termine leider nicht möglich, an der Ittlinger Hauptversammlung teilzunehmen. Er ging nun zu seinem Jahresrückblick über: Die Freiwillige Feuerwehr Ittlingen verfügt zum 31.12.2021 über eine Gesamtstärke von 91 Personen, davon 51 in der Einsatzabteilung, 26 in der Jugendgruppe, 10 in der Kindergruppe und  4 in der  Altersmannschaft. Beim Ausbildungsstand konnten, trotz massiver Einschränkungen durch die Pandemie, wieder einmal das Fachwissen, die Fähig- und Fertigkeiten der Feuerwehr Ittlingen erweitert und verbessert werden. In der folgenden Tabelle ist der aktuelle Ausbildungsstand dargestellt:

 

Die Mitglieder der Einsatzabteilung leisteten in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt 620 Einsatzstunden sowie in der Summe knapp 2.000 Stunden bei Übungen, Arbeitsdiensten und Lehrgängen. Die Jugendfeuerwehr leistete 200 Stunden. Die im Vergleich zu Vorjahren recht niedrigen Zahlen sind auf die Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie zurückzuführen.

2020 hatte die Feuerwehr Ittlingen insgesamt 22 Einsätze. 2021 waren es 17. Ein Großteil der Einsätze fiel auf in Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 17.59 Uhr abends. 12 Einsätze waren in der Zeit zischen 18 Uhr und 5.59 Uhr. Auf einige Einsätze ging er nun näher ein:

In seinem Ausblick berichtete Kommandant Hernik über die Anschaffung eines Gerätewagen Transport (GW-T). Das Fahrzeug ist bestellt und ersetzt das 45 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug (LF-8) sowie den Schlauchanhänger aus dem Jahre 1988. Die Feuerwehrtechnische Beladung ist ebenfalls  bestellt und wird in Rollcontainern auf dem Fahrzeug verlastet. Leider gehen die aktuellen wirtschaftlichen Probleme auch an den Lieferanten für Feuerwehrfahrzeuge nicht vorüber, so kann kein genauer Liefertermin genannt werden. Ähnlich ist es auch bei der Umstellung auf den Digitalfunk: die Funkgeräte sind bestellt, ein Liefertermin ist jedoch nicht absehbar.

Weiter stellte Florian Hernik das neue Konzept der Ergänzungseinheiten Großschadenslage im Landkreis Heilbronn vor. Der Landkreis baut hier fünf verschiedene interkommunale Einheiten auf, die dann bei entsprechenden Lagen als zusätzliche Ressourcen zum Einsatz kommen. Eine gemeinsame Einheit bilden hier die Feuerwehren Ittlingen und Kirchardt. Die Einheit erhält vom Landkreis einen Geländegängigen Mannschaftstransportwagen (Stationierung in Kirchardt) sowie einen Geländegängigen Gerätewagen-Transport mit einem Anhänger Großpumpe (Stationierung in Ittlingen). Bei Anforderung aufgrund von Großschadensereignissen trifft man sich dann an einem Rendezvouspunkt und fährt gemeinsam zum Einsatzort. Zurzeit laufen die Ausschreibungen für die Fahrzeuge.

Nun überbrachte Bürgermeister Kai Kohlenberger herzliche Grüße von Gemeinderat und Gemeindeverwaltung, verbunden mit Dank für das ehrenamtlich geleistete Engagement der Feuerwehrangehörigen für das Gemeinwesen. Es freue ihn, dass zur Hauptversammlung auch die Partner der Feuerwehrangehörigen eingeladen wurden, schließlich haben auch sie durch den Dienst ihrer Partner Entbehrungen zu tragen. Die erste Hauptversammlung seit Beginn der Corona Pandemie fühle sich an wie eine neue Zeitrechnung. Unterhielt man sich zu Beginn der Pandemie noch über die letzten Umbaumaßnahmen des Feuerwehrhauses, so erfreut man sich heute an dem fertiggestellten topmodernen und Zukunftsfähigem Gebäude. Er bedankte sich ausdrücklich beim Gemeinderat für die klaren Beschlüsse zur Feuerwehr. Ohne diese Unterstützung wären der An- und Umbau nicht möglich gewesen, welcher sowohl für die Gemeinde als auch für die Feuerwehr Ittlingen ein Richtungsweisender Schritt war. In seinen weiteren Ausführungen lobte er die sehr gute interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren. Das durch den Landkreis Heilbronn ausgerechnet in Ittlingen und Kirchardt eine der Unterstützungseinheiten Großschadenslage stationiert wird, sieht er auch als Beleg für das hohe Ansehen und Vertrauen, dass die beiden Wehren im Landkreis genießen.

Im Angesicht der Tatsache, dass der Bereich der Technischen Hilfeleistung in Ittlingen immer mehr an Bedeutung gewinnt, sehe er es als absolut richtig an, dass sich Feuerwehr, Gemeindeverwaltung und Gemeinderat dazu entschieden haben, ein Löschgruppenfahrzeug durch einen Gerätewagen-Transport zu ersetzen. Die Feuerwehr wird im kommenden Jahr beim 1.250-jährigen Jubiläum der Gemeinde Ittlingen die Gemeinde bei zahlreichen Veranstaltungen unterstützen, u.a. durch Brandsicherheitswachen. Die Einweihung des umgebauten Gerätehauses musste nun schon zweimal Pandemiebedingt verschoben werden, es ist geplant diese im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten nachzuholen.

Er bedankte sich bei der Feuerwehr für die Nikolausaktion und den Spendenaufruf für die Flutopfer, es sei beeindruckend, wie die Aktionen bei der Bevölkerung angenommen wurden. Ganz Besonders sei auch zu erwähnen, dass durch einen persönlichen Kontakt die Spenden dann auch zielgerichtet dort ankamen, wo sie gebraucht wurden. Mehrere Hilfsgüterlieferungen wurden durch die Feuerwehr ins Katastrophengebiet gefahren. Zum Abschluss seiner Worte teilte er mit das die Entscheidungen, welche in den letzten Jahren auf kommunaler Ebene getroffen wurden,  maßgeblich dazu beigetragen haben, die Ittlinger Feuerwehr für die Herausforderungen der Zukunft auszustatten. Auch im Bereich der Personalstärke und dem Ausbildungsstand müsse man sich keine Sorgen machen, die aktuellen Zahlen belegen dies. Er beantragte bei der Versammlung die Entlastung der Vorstandschaft, welche Einstimmig beschlossen wurde.  Es folgten Ehrungen:

Für 15-Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden mit dem Ehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet:

 

Für 25-Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden mit dem Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet:

 

Die Geehrten erhielten von der Kameradschaft einen Geschenkkorb und von der Gemeindeverwaltung Ittlingen einen Gutschein für eine Woche Aufenthalt im Feuerwehrhotel Sankt Florian am Titisee.

Für 40-Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden mit dem Ehrenzeichen in Gold ausgezeichnet:

 

Die Geehrten erhielten von der Kameradschaft einen Geschenkkorb und von der Gemeindeverwaltung Ittlingen einen Gutschein für zwei Wochen Aufenthalt im Feuerwehrhotel Sankt Florian am Titisee.

Es durften nun insgesamt acht Kameraden und eine Kameradin in die Einsatzabteilung übernommen werden:

 Danach wurden folgenden Kameraden und Kameradinnen aufgrund Ausbildung und/oder Dienstzeit Befördert:

Anschließend wurden aufgrund Vollendung des 65. Lebensjahres Oberbrandmeister Bernd Friedrich und Oberfeuerwehrmann Peter Lehmann in die Altersabteilung übernommen. Kommandant Florian Hernik verlas eine kurze Laudatio über die Beiden und bedankte sich bei ihnen für den geleisteten treuen Dienst. Von der Kameradschaft erhielten sie zum Dank und als Erinnerung ein Weinpräsent mit gravierten Weingläsern.

Nachdem es keine weiteren Anfragen aus der Versammlung gab, bedankte sich Florian Hernik bei allen Feuerwehrangehörigen für ihre Treue und Mitarbeit und das Mittragen in den durch die Pandemie doch sehr herausfordernden Jahren. Er erwähnte, dass es bei der Feuerwehr Ittlingen in der ganzen Zeit keinen einzigen Corona-Ausbruch gab und die Einsatzbereitschaft stets gewährleistet war. Er bedankte sich nochmals bei Gemeindeverwaltung sowie beim Gemeinderat für das Vertrauen und die Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr. Die Hauptversammlung konnte um 22:30 Uhr beschlossen werden.

Bilder: